Catharina Stadellmenin, ein Opfer der Hexenverfolgung 

Verfolgt, gefoltert und hingerichtet 

ICH BIN CATHARINA STADELLMENIN

Ich bin Catharina Stadellmenin, den meisten wahrscheinlich eher bekannt als "Hexe von 
Freiburg". Schon meine Geburt stand unter keinem guten Stern: Am 20. März 1546, dem Tag 
meiner Geburt, wurde die erste Hexe in Freiburg verbrannt. Mein ganzes Leben lang musste 
ich Leid erfahren, wobei die glücklichen Momente dazwischen immer nur von kurzer Dauer 
waren. Denn Geld alleine macht bekanntlich nicht glücklich. Ich wurde schon früh aus meinem Elternhaus vertrieben und wuchs bei meiner Tante in Lehen vor den Toren Freiburgs auf. Dort hatte ich einfaches aber erfülltes Leben trotz der Distanz zu meinem Vater. Ich fand einen Mann, der zwar Geld besaß, jedoch allen Anstand verloren hatte. Leider bemerkte ich das erst ,als es zu spät war und ließ die Beleidigungen und Schläge über mich ergehen. Ich lebte in einem goldenen Käfig. Von meinem Mann, Michael Bantzer, bekam ich die Silberkette mit einem roten Rubinanhänger, die ich gerade trage.
Als mein Ehemann von uns gegangen war, fühlte ich mich endlich wieder lebendig. Ich 
feierte für den Geschmack manch meiner Nachbarn für eine Witwe zu ausgelassen. Aufgrund von Neid und Missgunst wurde ich schließlich als Hexe angeklagt. Es wurde natürlich streng nach dem "Hexenhammer", dem "Handbuch der Hexenverfolgung" vorgegangen. So erfuhr ich zwei "peinliche" Befragungen. Wobei das Wort "peinlich" dabei keineswegs nur unangenehm bedeutete sondern vielmehr Pein = Schmerz = Folter meinte. Folter war damals legitimiert durch die "Constitutio Criminalis Carolin", auch "peinliche Halsgerichtsordnung" oder einfach kurz "Carolina" genannt. Ein eigentlich schöner kurzer Name für den hässlichen langen Schmerz, den ich dadurch erfuhr.
Ich widerstand den ersten Folterungen im Predigerturm und musste dann  gemäß der Carolina freigelassen werden, aber schon auf dem Weg in mein Zuhause in die Schiffstraße 14 verhaftete man mich wieder mit einer neuen Anklage und brachte mich in den Christoffelsturm. Hier gab es noch ausgefeiltere Foltermethoden, so dass ich auch den Mord an Jesus Christus gestanden hätte. Seht euch meine gebrochenen Füße an. Schließlich gestand ich, Sex mit dem Teufel gehabt zu haben, eine Hexe zu sein und weitere Kleinigkeiten, die ihr in meinem Geständnis, der "Urgicht",  im Stadtarchiv nachlesen könnt. Anschließend war der Zeitpunkt meiner Hinrichtung gekommen. Ich verspürte jenen Schmerz jedoch nur kurz und fuhr in den 
Himmel auf. Wo Gott mich so sah, wie ich wirklich war, ein Opfer der Umstände und keine Verbündete des Teufels. (Dieser Textteil ist teilweise historisch belegt und teilweise fiktiv)

Hexenverfolgung in der Neuzeit

Wichtige Orte der Hexenverfolgung in Freiburg

Der Hexenhammer - das Handbuch der Hexenverfolgung

Constitutio Criminalis Carolina - die gesetzliche Grundlage der Folter 

Wie geriet man in den Fokus der Ermittler?

Catharina Stadellmenin - verurteilt im Namen des Herrn 

Bildquellen: Alle Bilder habe ich selbst gemacht.

Textquellen: 

Behringer, Wolfgang: Hexen und Hexenprozesse in Deutschland, dtv, 2000

Behringer, Wolfgang: Zur Geschichte der Hexenforschung, in: Lorenz, Sönke (Hg.): Hexen und Hexenverfolgung im deutschen Südwesten (Volkskundliche Veröffentlichungen des Badischen Landesmuseums Karlsruhe 2/2), Canz Verlag Karlsruhe, 1994

Fritz, Astrid: Die Hexe von Freiburg, Rowohlt Verlag, 2003

Hecht, Ingeborg: In tausend Teufels Namen, Rombach Verlag, 2004

Roecken, Sully/Brauckmann, Carolina: Margaretha Jedefrau, Kore Verlag, 1989

Thiessen, Hillard von: Das Verschwinden der Hexen von Freiburg, Haug Verlag, 1997

ZDF, Terra-X Dokumentation „Eine kurze Geschichte über… die Hexenverfolgung“

https://www.zdf.de/dokumentation/terra-x/eine-kurze-geschichte-ueber-die-hexenverfolgung-mit-mirko-drotschmann-100.html

www.geschichte-in-geschichten.de

www.historix-tours.de

https://www.yumpu.com/de/document/view/20640740/gnadenlos-verurteilt-im-namen-des-herrn-frei-e-burger



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